Big Brother's immer hässlichere Fratze....

Bild von flare 5

Spiegel Online / 07.02.2008 schrieb:
US-Zöllner durchstöbern Laptops und Handys

Für manche Reisenden wird die Sicherheitskontrolle an US-Flughäfen zum Alptraum: Grenzbeamte schalten Laptops und Handys nicht nur an - sie durchforsten auch die Festplatten, kopieren sogar Dateien. Jetzt haben zwei US-Bürgerrechtsorganisationen Klage eingereicht.

Der deutsche Pass des Journalisten hat einen entscheidenden Nachteil: Sein Name klingt orientalisch. Das hat an Flughäfen schon verschiedentlich für Verzögerungen gesorgt - diesmal aber war der Fall besonders ärgerlich: Ein Beamter am Flughafen in Washington nahm den Mann bei der Einreise beiseite, bat ihn, seinen Laptop einzuschalten, das Passwort einzugeben, dann begann er, sich umzusehen auf der Festplatte des Rechners. Als der Grenzschützer dann auch noch Dateien kopieren wollte, platzte dem Kollegen der Kragen: Er sei Journalist, vertrauliche Daten von seinem Arbeitsgerät abzuziehen, sei nicht zulässig. Der Beamte klickte wortlos weiter, gab den Rechner dann aber zurück.

Nicht nur für Journalisten können solche Aktionen mehr als nur lästig sein: Vertrauliche Geschäftsdaten, persönliche E-Mails und Fotos, Vertragsunterlagen, Surf-Verhalten - ein Laptop ist heute so etwas wie ein multimediales Tagebuch, das viele, teils höchst intime Details über seinen Besitzer preisgeben kann.

Der beschriebene Fall ist nicht einmalig. Immer wieder gibt es Beschwerden, vor allem von vielreisenden Geschäftsleuten, dass an US-Flughäfen begeistert und hemmungslos digitale Daten ausgeforscht und oft auch kopiert werden. Manchmal werden Laptops auch einfach beschlagnahmt, und mancher Geschäftsreisende sah den Firmenrechner anschließend nie mehr wieder. Nicht nur Computer interessieren die Grenzschützer in den USA - auch Handys und sogar MP3-Player nehmen sie sich vor, auf der Suche nach verdächtigem Material. Die Bürgerrechtsorganisationen Electronic Frontier Foundation (EFF) und Asian Law Caucus (ALC) haben nun Klage eingereicht.

In dem Prozess wird es nicht um die Praxis an sich gehen - sie wird bereits von US-Bundesgerichten überprüft. EFF und ALC geht es um die Begründungen. Die Regierung soll offenlegen, nach welchen Kriterien die Durchsuchungen durchgeführt werden. Denn es sieht aus, als ob bestimmte Gruppen besonders häufig zum Ziel solcher Maßnahmen werden, während andere Reisende fast nie betroffen sind.

Die "Washington Post" berichtet, die Klage basiere auf insgesamt etwa zwei Dutzend Fällen. In 15 davon wurden Mobiltelefone, Laptops, MP3-Player oder andere elektronische Geräte durchsucht. Fast alle Betroffenen hätten einen muslimischen, nahöstlichen oder südasiatischen Hintergrund gehabt. EFF und ALC sehen Anzeichen für eine "auf Rasse basierende Auswahl". Eine Sprecherin der US-Zollbehörde widersprach umgehend - "racial profiling", also die gezielte Auswahl aufgrund von Kriterien wie Hautfarbe oder Herkunft, werde von ihren Beamten "in keiner Form" betrieben. Im Dienste der Sicherheit müssten eben gelegentlich Unannehmlichkeiten in Kauf genommen werden.

"Nur das nötigste Minimum an Daten"

Die Association of Corporate Travel Executives (ACTE) hat bereits im vergangenen Jahr eine Anfrage an die US-Regierung gestellt, um zu erfahren, was mit beschlagnahmten Daten und Rechnern eigentlich geschieht. Manche ACTE-Mitglieder mussten ihren Laptop abgeben und bekamen ihn nie zurück - katastrophal, wenn darauf wertvolle Daten oder auch nur Bank-Unterlagen hinterlegt waren. Doch bis heute sei die, wenn auch geringe, Möglichkeit, dass einem Geschäftsreisenden etwas Derartiges zustoße, vielen nicht bekannt.

Man rate seinen Mitgliedern nicht, vor Behördenvertretern Daten zu verstecken, so ACTE-Direktorin Susan Gurley, und Besitzer von Kinderpornographie beispielsweise verdienten eine gerechte Strafe. Es sei aber wichtig, USA-Reisende auf die Möglichkeit hinzuweisen, dass ihnen ihr Rechner jederzeit abgenommen werden könnte - auch wenn das selten geschehe. Sie sollten daher "nur das nötigste Minimum an Daten auf ihren Laptops transportieren".

"Hack-Risiken" niedriger als "Durchsuchung-Risiken"

Eine Umfrage unter den eigenen Mitgliedern habe ergeben, dass bereits jetzt zwei Drittel der befragten Unternehmen Regeln dafür aufgestellt hätten, welche Art von Informationen auf Reise-Laptops transportiert werden dürften. Diese Regeln seien aber vor allem wegen der Möglichkeit eines Diebstahls in Kraft. Die "Washington Post" berichtet von mehreren Unternehmen, die ihre Mitarbeiter bereits angewiesen hätten, keine vertraulichen Daten mehr auf Flugreisen in die USA mitzunehmen. Eine Anwaltskanzlei aus Kanada lasse ihre Partner nur noch mit leeren Rechnern reisen, mit denen sie dann vor Ort über das Firmennetzwerk an ihre Daten kommen könnten, weil "die Hack-Risiken" geringer seien, als die "Durchsuchungs-Risiken".

Um ein weitverbreitetes Problem handelt es sich bei den Rechner-Durchsuchungen offenbar nicht. Jürgen Faust, bei der Lufthansa für Luftsicherheit zuständig, sagte auf Anfrage von SPIEGEL ONLINE: "Bei Lufthansa sind Beschwerden in dieser Form nicht bekannt." Es handele sich bei den bekanntgewordenen Fällen wohl um "Einzelfallmaßnahmen". Auch Gerd Otto-Rieke vom Verband Deutsches Reisemanagement (VDR) sagt, derartige Fälle seien dem Verband, der auf Geschäftsreisen spezialisiert ist, nicht bekannt. Risiken für vertrauliche Daten sehe man weniger bei Reisen in die USA als bei anderen Zielen: "Wir warnen Geschäftsreisende in Staaten wie die GUS und China, vorsichtig mit ihren Daten umzugehen."

Wenn es einen an einer US-Grenze trifft, ist das allerdings um nichts weniger ärgerlich. Ein ACTE-Mitglied musste schon im Jahr 2006 bei der Ausreise nach England an einem US-Flughafen ihren Laptop abgeben - die "Washington Post" berichtet, die Britin warte bis heute darauf, ihn zurückzubekommen.

Quelle: http://www.spiegel.de/netzwelt/mobil/0,1518,533812,00.html

find's erschreckend wie rasant diese entwicklung gerade in den letzten 1-2 jahren voranschreitet...

aua.gif

Bild von flare 5

All-Seeing-Eyes, offiziell installiert ins öffentliche englische Stadtbild.
Mittlerweile auch ganz offen und nicht mehr wie bisher versteckt/verschlüsselt durch diverse Symboliken

Mit tollen Funktionen wie Gesichtserkennung-Tracking-Systemen....
NExt Level Shit





"Advertising screens shaped like enormous human eyes have been installed in Birmingham, England, reported the BBC this week. The screens, which sit above three entrances to a newly-designed rail station in the city, have a dual purpose: firstly, to scan passers-by in order to try sell them the right kind of sh*t they don’t need, and secondly to record their every move.

They use cutting-edge facial recognition technology to profile groups of passengers and shoppers before picking which adverts to display,” explains the anchor. The eyes are made up of 500+ individual television screens, which act as “hidden cameras that will effectively look at people as they come in and out of the station.” These cameras are sophisticated enough to determine the gender, age and demographic group of individuals as they walk by, and will be the biggest ever installed in the UK when the train station re-opens next month.

But the blatantly Orwellian design of the screens- which seem to say ‘Yes suckers, Big Brother is watching you, and at this point he’s not even hiding the fact’- isn’t the worst thing about this news. What’s even more disturbing than these intrusive gigantic digital eyes is the general public’s overwhelmingly positive reaction to the issue of mass surveillance. Here are the comments a reporter heard while asking passers-by their opinions:

“Ahhh, it’s the way things are going with technology now. I wouldn’t be worried about it,” says the first interviewee.

“That’s amazing,” gushes the second.

“I think it’s quite cool in terms of technology and the way the future is evolving and so on,” agrees a third.

While it’s entirely possible (and very likely) that the BBC edited these vox pops to leave viewers with a positive opinion of modern-day surveillance technologies, the sad fact is that the reactions here are mirrored across British society.

In fact, most people in the UK have never heard of George Orwell, let alone read his terrifying novel 1984 which undoubtedly inspired the contemporary concept of Big Brother spy programs. Maybe we need to start a campaign to get this accurate portrayal of our contemporary society on the reading list of every school in the country (if not the world)…

Aktuell wie eh und je